Berufsbild BaubiologIn

Arbeitsgebiet / Zielgruppen / Klienten/-innen

Baubiologen/-innen sind Baufachleute, die ihre berufliche Tätigkeit nach baubiologischen Grundsätzen ausrichten und dadurch Gewähr bieten, dass Bauvorhaben umweltverträglich realisiert werden und die Gesundheit der Nutzer/-innen, der Beteiligten und der Betroffenen im Zentrum stehen.

Baubiologen/-innen arbeiten entweder alleine (freischaffend oder in Einzelfirma), als Inhaber/-innen oder als Mitarbeiter/-innen einer Firma oder Organisation oder bei einer Fachstelle bzw. Behörde. Sie erbringen ihre Arbeitsleistungen in einem Netzwerk der verschiedensten Akteure gegenüber unterschiedlichen Zielgruppen, wie bspw. Bauherren, Bauleitungen, Expert/-innen, Behörden, Handwerker/-innen, Lieferant/-innen usw. Sie arbeiten meist im Team, bzw. als zugezogene Expert/-innen.

Handlungskompetenzen und Verantwortlichkeiten

Baubiologen/-innen sind fähig,

  • die Wechselwirkungen zwischen dem Bauwerk und dem darin und darum herum stattfindenden Leben in Bezug auf gesundheitliche und umweltrelevante Aspekte zu analysieren, indem sie entweder selber Analysen durchführen (z.B. über die Vorgeschichte von Bauwerken, das Gelände und die Umgebung, über bestehende Bauten und Grundstücke, den Untergrund etc.) oder indem sie Klienten bei der Auftragsvergabe für tiefer gehende fachspezifische Analysen beraten und begleiten;
  • in ihrem spezifischen Berufsfeld bzw. Arbeitsbereich (Planung oder Ausführung) gesundheitsgefährdende Einflüsse in und an Bauten zu erkennen und einzuschätzen;
  • für ihre Klienten/-innen praktikable und regelkonforme Lösungen zu entwickeln mit dem Ziel einer grösstmöglichen Umweltverträglichkeit und einer möglichst gesunden Lebensgrundlage in und um Bauten herum;
  • im konkreten Fall die mittel- und langfristigen Vorteile der Anwendung baubiologischer Prinzipien im berufsspezifischen Praxisbereich unter Berücksichtigung der Investitions-, Unterhalts-, Betriebs- und Rückbaukosten (Lebenszyklusanalyse) auszuweisen;
  • in der Diskussion mit allen an einem Bauwerk Beteiligten und Betroffenen die Anliegen der Baubiologie sachkompetent zu vertreten.

Berufsausübung und Arbeitsumfeld

Baubiologen/-innen sind in unterschiedlicher Funktion beteiligt an einem Bauvorhaben: Sie führen Abklärungen durch und können sowohl in der Planung als auch in der Ausführung von Bauvorhaben eingesetzt werden. In ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld wenden sie die gängigsten Praktiken, Modelle, Labels und Vorgehensweisen für ein gesundes, umweltschonendes und nachhaltiges Bauen an.

Sie berücksichtigen bei ihrer beruflichen Tätigkeit geltende Normen und Vorschriften und wenden die Bauphysik und die Materialkunde nach baubiologischen Kriterien an. Sie sind informiert über Neuentwicklungen und bilden sich weiter in allen für die Baubiologie relevanten Gebieten.

Baubiologen/-innen zeichnen sich aus durch eine ganzheitliche Optik: Sie verfügen über fachübergreifendes Wissen (sowohl exakte Wissenschaften als auch alternative Ansätze) und können Informationen aus verschiedenen Fachgebieten richtig einordnen und berücksichtigen. Sie fügen diese zu einem baubiologischen Gesamtbild zusammen und erbringen damit einen Mehrwert für ihre Klienten/-innen.

Beitrag an Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur / Umweltschutz

Baubiologen/-innen interessieren sich für den kulturellen Kontext und setzen sich – dort wo es Sinn macht – ein für den Erhalt von Kulturgütern und die Weiterführung traditioneller Wohnformen und Baupraktiken.

Auf jeder Stufe des Bauprozesses – von der Planung bis zum Bauabschluss – setzen sich Baubiologen/-innen ein für ein gesundes und umweltschonendes Bauen sowie einen umweltverträglichen Rückbau. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und zur Verwirklichung der Vision einer energieeffizienten Gesellschaft (z.B. 2000-Watt-Gesellschaft).

 

Berufsprüfung Baubiologie