Exkursion Stadt Zürich 28. Juni 2014

Zürich befindet sich schon länger im Wandel und hat sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, sind Entwicklungsstrategien nötig. Diese Strategien zu Wohnbau, Mobilität, öffentlicher Verkehr, Kultur oder Aufwertung des öffentlichen Raums werden von der Stadt erarbeitet und koordiniert. Mit der Exkursion wollten wir einen Eindruck dieser Entwicklung erhalten und Fragen wie „Wovon leben wir heute und morgen?“,  „Wie organisieren wir uns?“ oder „Wie wollen wir leben?“ nachgehen.

Der Tag fing mit der Besammlung und Begrüssung durch die Bildungsleiterin und Frau Anne-Lise Diserens, Architektin SIA und Architekturführerin, am Bahnhof Hardbrücke an. Frau Diserens führte uns durch das neu entstandene Quartier Zürich West. Eines der zehn Gebiete in der Stadt, welches in Veränderung ist. Der „Schiffbau“ war das erste Objekt der Besichtigung und war Teil der Sulzer Escher-Wyss AG, ein wichtiger Arbeitgeber bis in die 1980er Jahre in diesem ehemaligen Industriequartier. Heute ist nur noch ein kleiner Teil Industrie vorhanden. Die Schiffbauhalle, heute ein multifunktionaler Kulturort, war eines der ersten Gebäude, welches umgenutzt wurde. Kurz später folgten die Projekte „Novotel“, „Puls 5“ und der Turbinenplatz. Der Platz gehört seit 2003 der Stadt Zürich und ist nach dem Sechseläutenplatz der zweitgrösste der Stadt. Vor der Umnutzung und Neugestaltung der eben erwähnten Gebäude, wurde um 1990 das Geschäftshaus Technopark am Turbinenplatz erstellt. Ein Gebäude welches noch heute viele Startup Firmen beherbergt und mittlerweile um zusätzliche 3000m2 aufgestockt wurde. In der selben Gegend ist zur Zeit das „Forum Z“ im Bau. Ein Gebäude mit Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe. Auf der anderen Seite der Pfingstweidstrasse ging es vorbei am „Mobimo Tower“, „Fifty One“ und weiteren Gebäuden, welche u.a von namhaften Architekten wie Diener & Diener entworfen wurden und Arealen, welche erst in Planung sind.

Im Anschluss sahen wir vom Bistro des Prime Towers den Stadtteil aus grösserer Perspektive und konnten gut verfolgen, was schon gebaut wurde und was in Planung ist. Frau Diserens erklärte bei Kaffee und Gipfeli, wie mit den Themen Verdichtung, Nutzungs- und Bevölkerungsmix oder dem öffentlichen Raum umgegangen wird.

Mit dem öffentlichen Verkehr durchquerten wir die Stadt zur nächsten Besichtigung am Hönggerberg. Frau Claudia Thiesen, Architektin SIA und Projektleiterin der Bau- und Wohngenossenschaft „Kraftwerk 1“, führte uns durch das inspirierende Mehrgenerationenhaus Heizenholz und hielt einen interessanten Vortrag über das Vorreiter-Projekt Hunziker Areal („mehr als wohnen“) in Zürich Nord.

Sie erzählte uns über die Grundsätze und Ideen der Genossenschaft betreffend Wohnformen und Nachhaltigkeit anhand der Projekte Hardturm ("Kraftwerk 1"), Heizenholz und dem Hunziker Areal („mehr als wohnen“): Alles wegweisende Projekte zum Thema gemeinnütziger Wohnungsbau und neue Wohnformen. Bei der Besichtigung hatten wir die Gelegenheit, zu sehen, wie diese Ansätze umgesetzt und gelebt werden. Die Bewohner waren offen für Fragen zur Lebensform in der Gemeinschaft und liessen uns ihre Wohnung besichtigen.

Die 37 Teilnehmenden machten sich nach dem Mittagessen individuell auf den Weg zum letzten Objekt, der Europaallee. Hier ist ein ganz neuer Stadtteil, zwischen Langstrasse und dem Hauptbahnhof, mit Wohnen, Dienstleistungen, Bildung, Gastronomie, Hotel und Läden am entstehen. Die SBB ist Bauherrin, arbeitet aber mit der Stadt eng zusammen. Federführend zeichnet Kees Christiaanse
(KCAP Architects and Planners, Zürich) für den Masterplan. Die einzelnen Baufelder und Etappen wurden anhand von Architekturwettbewerben an verschiedene Architekten vergeben. Die Unterschiede der Gebäude soll die Identität des Quartiers prägen, welches im 2020 fertig erstellt sein soll. Die Führung begann im Ausstellungsraum, wo uns Thomas Walthert und Jana Cerny (Mitarbeiter SBB) anhand eines Modells die wichtigsten Informationen zum Projekt erklärten. Anschliessend wurden wir in zwei Gruppen durch das Gebiet geführt. Ein interessanter Teil wird der Aussenraum sein. Verbindet er doch alle Objekte, ermöglicht verschiedene Ein- und Ausblicke und bietet für die in diesem Quartier lebenden, arbeitenden und zur Schule gehenden Personen einen wichtigen Erholungsraum. Am östlichen Ende wird sich der Raum mit dem Europaplatz gegen die Sihl hin öffnen. Heute ist dieser Platz noch von Gleisen, Kaffees und einem Kiosk besetzt.

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