Mitglieder
Mit 57 Mitgliedern verfügt die Genossenschaft per Ende 2010 über ein Anteilscheinkapital von Fr. 32’000.00. Es gab im 2. Quartal einen Austritt mit René Flepp .
Verwaltungsrat / Geschäftsleitung
2010 hat es im Verwaltungsrat keine Änderungen gegeben.
Valérie Waibel und Christoph Lehmann haben ihren Austritt per 20. Mai 2011 aus dem Verwaltungsrat bekannt gegeben. Valérie Waibel war seit 2008 im Verwaltungsrat und hat vor allem die Umstrukturierung des Fachkurses begleitet, wofür wir ihr ganz herzlich danken. Christoph Lehmann war seit Gründen der Bildungsstelle im Verwaltungsrat und hat sich insbesondere für die Entwicklung und Umsetzung des neuen Berufsbildes eingesetzt. Wir danken ihm ganz herzlich für seinen Einsatz für die Bildungsstelle in den vergangenen sieben Jahren.
Nathalie Frey, Architektin ETH, Baubiologin mit eidg. Fachausweis, und Andreas Graf Architekt ETH, Baubiologe mit eidg. Fachausweis (ehemaliger Geschäftsführer der Bildungsstelle), werden sich an der kommenden Generalversammlung vorstellen. Beide sind zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen.
Ich danke allen Verwaltungsräten für Ihre engagierte Tätigkeit im vergangenen Geschäftsjahr.
Fachkurse
Der Fachkurs 09 schloss mit einer durchschnittlichen Belegung von 24 TeilnehmerInnen ab.
Für die eidg. Fachprüfung 09 haben 25 Kandidaten ein Konzept eingereicht. Die mündlichen Prüfungen finden am 23., 24. und 25. Juni 2011 statt. Die Präsentationen der Kandidaten sind wie bis anhin öffentlich zugänglich.
Im Oktober 2010 startete der Fachkurs 10 mit 14 Teilnehmern, obwohl die mindest Anzahl Teilnehmer nicht erreicht wurde. Heute hat der Kurs 16 Teilnehmer.
Der Fachkurs 10 ist der erste Lehrgang in seiner neuen Form mit 10 Modulen. Die Überarbeitung des Kurses, welche im Zusammenhang mit dem neuen Berufsbild steht, fand vor allem im Jahr 2010 statt. Der Lehrgang startete erfolgreich und wird im 2012 als erster mit der neuen eidg. Berufsprüfung zum/r Baubiologen/-in mit Fachausweis abschließen. Zur bisherigen schriftlichen Abschlussarbeit und deren mündlichen Präsentation werden die Kandidaten zusätzlich mit einer schriftlichen 4-stündigen Fallstudie geprüft.
Die gut besuchte Exkursion vom 19. Juni 2010 führte uns in den Thurgau. Vormittags besuchten wir zwei sich im Bau befindenden Projekte, welche unter anderem nach den Vorschriften des Label Minergie ECO erstellt wurden und zu regen Diskussionen führten. Am Nachmittag empfing uns die Firma Soltop Schuppisser AG für eine Führung durch ihre Produktionshallen für Solaranlagen und einen aufschlussreichen Vortrag zu diesem Thema.
EduQua
Im Juni fand die alle drei Jahre durchzuführende Rezertifizierung des EduQua Labels statt. Die zu erstellenden Unterlagen für das Audit sind jeweils sehr aufwendig. Das Audit verlief gut. Das Zertifikat wurde uns einmal mehr für die nächsten drei Jahre ausgestellt. Das Qualitätslabel für Weiterbildungsinstitutionen ist ein wichtiges Kriterium für Interessenten, die den Kurs besuchen möchten und zudem eine Bedingung, um von den Kantonen Kostengutsprachen zu erhalten.
Erarbeitung Berufsbild „Baubiologin/Baubiologe“
Im Herbst 2008 erfolgte der Startschuss zur Erarbeitung eines neuen Berufsbildes unter der Leitung der Consultingfirma KEK in Zürich und der namhaften Unterstützung durch das BBT. Es fanden zwei Dacum-Workshops (Developing a Curriculum - ist eine Methode zur Analyse einer Berufstätigkeit) mit anschliessender Vernehmlassung statt. Im ersten Workshop waren Berufsleute aus dem Umfeld SIB vertreten. Der zweite Workshop (Validierungsworkshop), fand mit Berufsleuten aus den Bereichen Banken, Versicherungen, Behörden und Verbänden statt.
2009 war bezüglich der Erarbeitung des Berufsbildes Baubiologin / Baubiologe mit eidgenössischem Fachausweis ein intensives Jahr. Basis dazu bildeten die beiden Dacum-Workshops. An insgesamt 6 Sitzungen mit der Consultingfirma KEK in Zürich wurde das Berufsbild, das Qualifikationsprofil, die Prüfungsordnung wie auch die Wegleitung soweit vorbereitet, dass diese dem BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) zur Genehmigung eingereicht hätten werden können. Da in der Wegleitung die einzelnen Module des Lehrganges aufgeführt werden müssen, musste mit der Umgestaltung des Lehrganges anhand des Berufsbildes vor Einreichung der Unterlagen begonnen werden. Diese Arbeiten konnten 2009 starten. Aktuell wurden nun die Anzahl Module erhöht, teilweise sowohl umgruppiert als auch neu formuliert.
Das Jahr 2010 stand ganz im Zeichen der Überarbeitung der Module und Lerninhalte und deren Anpassung an das neue Berufsbild, sowie der Neugestaltung der Prüfung. Dies konnte nun abgeschlossen werden. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen Personen bedanken, welche sich für die Erarbeitung und Umsetzung des neuen Berufbildes, der Überarbeitung des Fachkurses und der Prüfung engagiert haben.
Die Eingabe der neuen Prüfungsordnung und der Wegleitung beim BBT ist erfolgt. Die erste Prüfung nach neuem Prüfungsreglement findet 2012 statt.
Neben der neuen, deutschen Berufsbezeichnung, wurden auch die französischen, italienischen und englischen Bezeichnungen unter Mithilfe der Regionalgruppen Romandie und Tessin wie folgt angepasst:
- Ecobiologiste de la construction avec brevet fédéral
- Specialista in bioecologia della costruzione con attestato professionale federale
-Building Biologist with Federal Diploma of Higher Vocational Education and Training
Das Erarbeiten einer Höheren Fachprüfung (HFP), früher Diplomlehrgang, wurde angedacht und aktuell laufen ebenfalls Gespräche bezüglich eines CAS Baubiologie.
Im Verlaufe des Prozesses wurde auch ein neues Marketingkonzept erarbeitet und eingeleitet, welche die bessere Vermarktung des Lehrganges grundsätzlich wie auch eine bessere Verbreitung in der französischen und italienischen Schweiz zum Ziel hatte. An der Umsetzung des Marketings wird laufend gearbeitet. Wir denken, die etwas neue Ausrichtung hat bereits erste Erfolge gezeigt.
Die intensive Arbeit am neuen Berufsbild hat uns sehr viel gezeigt und gelehrt. Wir sind überzeugt, dass der Beruf des Baubiologen / der Baubiologin dadurch eine gute und zukunftsfähige Basis erhalten hat. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung durch das BBT.
Auf Grund von Mehraufwendungen im Bereich Erstellen der Prüfungsordnung / Wegleitung und bei der Überarbeitung der Lernmodule wurde das ursprüngliche Budget von Fr. 120‘000.-- um ca. Fr. 19‘000.-- überschritten. Zu diesen Mehrkosten führten auch neue und höhere Anforderungen des BBT. Das BBT hat uns in Anbetracht dessen zusätzliche Unterstützungsgelder in der Höhe von Fr. 11‘370 zugesichert, so dass eine effektive Bugetüberschreitung von ca. Fr. 8‘000.-- resultiert.
Finanzen
Die Jahresrechnung 2010 schloss erneut mit einem kleinen Gewinn ab und wurde nun schon zum zweiten Mal nach den Gesetzmässigkeiten einer eingeschränkten Revision geprüft.
Das neue Berufsbild ist mit der Jahresrechnung 2010 buchhalterisch abgerechnet. Die noch zu erwartenden Einnahmen sind abgegrenzt und für das Jahr 2011 entsprechend budgetiert.
Dass für die Erarbeitung des neuen Berufsbildes die entsprechenden Rückstellungen nicht gebraucht wurden, ist sehr erfreulich. Es erklärt aber auch, dass der Gewinn kleiner als vorgesehen ausgefallen ist. Gemäss den Statuten wurde ein Fünftel des Reinertrages dem Reservefonds gutgeschrieben. Das Kapital aus den Anteilsscheinen bleibt unangetastet.
Das Budget für das Jahr 2011 lehnt sich an die Zahlen und Erfahrungen der Vorjahre an und prognostiziert einen Verlust. Dies liegt vor allem darin begründet, dass für das Jahr 2011 ein wesentlich grösserer Betrag für Werbeausgaben budgetiert wurde. Die Kurseinnahmen - als wesentlichste Einnahmequelle - müssen auch in Zukunft gesichert sein. Dies ist jedoch nur mit erhöhtem personellen und finanziellen Aufwand erreichbar. Wir werden auch in Zukunft aktiv für neue Fachkursteilnehmer werben.
Stephanie Herzog, Bildungsleiterin
im Auftrag des Verwaltungsrates
Zürich, 12. April 2011