Exkursionen

Die diesjährige Exkursion fand am 19. Juni 2010 statt.

Flyer Exkursion 2010


Rückblick
Exkursion St. Gallen / Appenzell vom 20. Juni 2009


Für die diesjährige Exkursion haben wir das Appenzellerland ausgewählt.
Mit 48 Anmeldungen war unser Postauto voll ausgebucht. Und das Wetter war wider Erwarten trocken bis zum letzten Besichtigungsort.

Die örtliche Tradition mit Holz zu bauen und mit Holz zu heizen fanden wir an drei der vier Besichtigungsobjekte im Umbau- sowie im Neubaubereich. Wir gingen der Frage nach, wie mit der alten Bausubstanz mit wenig finanziellen Mitteln und mit viel Sorgfalt umgegangen werden kann und wie gesunde Neubauten konstruiert und materialisiert werden können.
Das erste Objekt ist die Erweiterung des Primarschulhauses Schönenwegen in St. Gallen, dem 1. Minergie-Eco-Haus im Kanton St. Gallen. Das Schulhaus war zum Zeitpunkt der Exkursion noch eine Baustelle im Innenausbaustadium. Susi Rechsteiner vom Stadtamt St. Gallen und Sarah Ziswiler von BAU- UND UMWELTCHEMIE AG in Zürich liessen praktisch keine Fragen unbeantwortet betreffend dem Bauablauf und der Minergie-Eco-Zertifizierung.

Dann fuhren wir im Autobus nach Haslen AI zu Dorothee Bachmann,  Architektin und Baubiologin SIB. Sie hat ein Appenzeller Dorfhaus sanft und wunderschön renoviert und gleichzeitig in ihrer Abschlussarbeit als Baubiologin dokumentiert und analysiert. Als erfahrene Profi-Köchin hat sie uns gleich in ihrem Haus ein aussergewöhnliches und biologisches Menu serviert.
Anfangs Nachmittag überquerten wir die Appenzeller Kantonsgrenze und fuhren nach Gais AR. Dort erwartete uns die Holzbau-Firma Nägeli AG. Das Unternehmen produziert Holzelementhäuser in Massivbauweise. Bei laufender Produktion und mit einem fertig erstellten Objekt werden uns von Herrn und Frau Nägeli und seinen extra für uns aufgebotenen Mitarbeitern die Möglichkeiten und Vorteile der Massivbauweise verdeutlicht.

Zum Abschluss zeigt uns Herr Scheuss, Ofenbauer, sein Wohnhaus und die Werkstatt. Zu sehen gibt es neben verschiedenen Ofensystemen auch verschiedene Oberflächenbehandlungen. So zum Beispiel Lehmverputze und ein zu Testzwecken mit Tadelakt behandelter Ofen.

Zu später Stunde fahren wir mit einer Gruppe speziell Interessierter nach Herisau zum Naturhuus. Dort diskutieren wir über diverse gesunde und ökologische Produkte und ihre Vorteile oder Anwendungsbereiche. Anhand eines realisierten Projektes werden uns die Möglichkeiten aufgezeigt, welche beim Auftritt als Generalunternehmer bestehen.

Leitung Bildungsstelle Baubiologie:
August Schlatter, Exkursionsleiter
Andreas Graf, Bildungsleiter



Rückblick
Exkursion Bern vom 15. November 2008

Zwei Umbauten, einen urbanen Neubau und einen Erweiterungsbau in Bern und Umgebung haben wir bei schönem Wetter besuchen können. 27 Leute sind erschienen und haben folgende Objekte besichtigt:

(1)     Neubau/Erweiterung Schulhaus, Meikirch
Der Architekt Hannes Heuberger hat uns die Geschichte und das Umfeld des Erweiterungsbaus sehr anschaulich erklärt. Wir erhielten sehr viele Antworten auf Fragen zu Konstruktionsdetails wie z.B. den konstruktiven Aufbau einer Holzdecke zwischen einem Schulungsraum und dem darüberliegenden Musikraum oder zur Wahl des natur-belassenen Kalkputzes als Alternative zu einem Lehmputz im Schulhausbereich, die sich nun sehr gut bewähren. Auch wichtige Details bei der Ausschreibung und Qualitätskontrolle auf dem Bau wurden besprochen, und es entstanden angeregte Diskussionen. Die mechanische Lüftung hat vor allem bei den Lehrern, die in diesem Schulhaus den direkten Vergleich haben, offenbar zu sehr positiven Echos geführt. Die Kinder sind bis zum Schluss der Lektionen besser konzentriert. Auch sind die Kinder sehr interessiert an der nachhaltigen Energieversorgung über die Sonnenkollektoren und beobachten gemeinsam mit dem Hauswart die Energiereserven im Speicher.

(2)     Umbau Bauernhaus, Wahlendorf
Das umgebaute Bauernhaus in Wahlendorf hat Hannes Heuberger in einer Zeit mit freien Arbeitskapazitäten für sich selbst geplant. Die beiden neuen Wohnungen und das neue Büro wurden am Ort des ehemaligen Stalles und der Scheune eingebaut. Bei der Umsetzung nahm sich Hr. Heuberger die Freiheiten, neue Materialien zu erproben. Es wurde viel einheimisches Holz verwendet, und es wurden Handwerksfirmen aus der Umgebung berücksichtigt. Sonnenkollektoren, Dämmung gemäss Minergiestandard, Netzfreischalter für elektrosmogarme Schlafzonen, Lehm- und Kalk-Verputze und allgemein gesunde und gute Baumaterialien fanden Anwendung. Auch hier wurden wieder zahllose interessante Bau-Details besprochen.

(3)     Dreifamilienhaus „Urbanes Wohnen“, Liebefeld
Das Dreifamilienhaus ist das erste zertifizierte Minergie-P-Eco-Gebäude der Schweiz. Der Beton wurde als statisches Element zur Erdbebensicherheit verwendet, sichtbar gelassen und ist mit seiner Wärmespeicherfähigkeit Teil des Heiz-Konzeptes. Das Gebäude wurde im Rahmen der SIB-Werkschau-Preisverleihung auf das Innenraumklima untersucht. Der Baubiologe und Messtechniker Alfred Gertsch hat Messungen durchgeführt und stellte die Resultate den versammelten Leuten vor.
Das Gebäude ist gut an den öffentlichen Verkehr angebunden und ermöglicht dank seiner Energieeffizienz und Gestaltung ein modernes und umweltfreundliches Wohnen.

(4)    Renovation/Umbau Wohnhaus Brunnadernstrasse, Bern
Zugunsten des Freiraumes im Hof hat die Bauherrschaft auf einen Neubau verzichtet und das bestehende Gebäude umfassend umgebaut. Das Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses blieben erhalten. Eine spätere Aufstockungsmöglichkeit für eine volle Ausnützung des Grundstücks ist berücksichtigt worden. Das Haus wurde mit einer hochwärmedämmenden Hülle versehen, und die räumlichen Qualitäten wurden stark verbessert mit Mitteln wie z.B. Lichtführung oder offene Raumbeziehungen.

Unsere nächste Exkursion wird am 20. Juni stattfinden. Bitte reservieren Sie sich das Datum. Wenn sie Anregungen oder Wünsche haben für Objektbesichtigungen, sind sie bei der Bildungsstelle sehr willkommen.

Andreas Graf, Bildungsleiter
August Schlatter, Exkursionsleiter



letzte Anpassung: 23.06.10

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