Rückblick Jahresversammlung Vereinsjahr 2016 vom 6. Mai 2017

Die Baubiologen bei den Römern in Brugg

Windisch bei Brugg als geschichtsträchtiger Ort der Jahresversammlung der Baubiologen: Rund um das protokollarische Geschehen tauchten sie tief in das Leben der Römer der Legionärszeit ein. Gastgeber Krishna Menon erklärte, warum die Legionäre nach jahrhundertlangen Präsenz (14 n. Chr. bis in 5. Jahrhundert) auch noch heute das Leben der Ortsansässigen bestimmen.

Nicht die gemütliche farbträchtige Stube der Offiziere (Bild 1), sondern die klamme, spärlich möblierte Werkstatt Fabrica (Bild 2) der Legionärssiedlung war am 6. Mai 2017 Austragungsort der Jahresversammlung zum verflossenen Vereinsjahr. Doch Krishna Menon von der Regionalgruppe Aargau hatte die Werkstatt mit Bedacht gewählt. Die klimatisch zügigen Bedingungen mit leichter Unterkühlung durch spärliche Fensteröffnungen und grossen Werkstattoren sorgten für eine straffe Abwicklung der Geschäfte (siehe dazu Protokoll und Jahresbericht 2016). Rund um das Protokollarische war umso mehr Zeit, den Gepflogenheiten der Legionäre nachzugehen und dazu in der Klosterkirche Königsfelden mit den bekannten Originalfenstern das blutige Erbe des Familienmords an König Albrecht zu ergründen (Bild 3 und 4). 

Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4

Was zu Staunen Anlass bot, waren die Einführungen von Krishna zur Legionärszeit (Bild 5). Daraus ging hervor, dass heute noch die Römer in Windisch und dem westlichen Brugg sozusagen im Untergrund für Aufsehen sorgen. Immer wieder fördern Bautätigkeiten neue Funde in Form von Fundementen oder Leitungen hervor, sodass die ehemalige Legionärsstadt ständig am Wachsen ist. 

Bild 5

Die Legionärszeit beflügelt die Ortsansässigen zweifach. Einerseits bemühen sie sich, auf den Fundamenten Gebäude mit historischer Relevanz zu erstellen. Selbst wenn, so war während der Führung zu verfahren, dazu verbriefte Dokumente fehlen. Wohl richtig liegen in sie in der hierarchisch abgestuften Einrichtung der Gebäulichkeiten zwischen Soldaten (stickige Doppelstock-Kojen) und Offiziere (farbig verzierte Gemächer mit den komfortabeln Liegen fürs üppige Mahlzeigen oder Saufgelage). Zum zweiten mutieren sie jährlich an den Römertagen selbst zu Legionären. Was für die Basler der Morgenstreich, für die Zürcher das Sechseläuten, die Luzerner der Fritschi-Umzug ist, sind für die Brugger die Römertage, die heuer zwar erst zum 16. Mai durchgeführt wurden, aber am 28. Mai ein Kostümfest boten mit 14 Gladiatoren, die im Amphitheater um Ruhm und Ehre kämpften. 

Krishna machte als Gladiator drei Wochen zuvor im Begleitprogramm vor, was hier zu erwarten ist. Nur reizte er Jörg Watter und Dieter Baltensperger eher zum Lachen als zum Fürchten (Bild 6 und 7). Schliesslich zeigten die drei Baubiologie-Damen (Laura Menet, Cristina Huser und Tanja Schindler (Bild 8), wie sie hinter einem Schild die Macho-Aggressionen mit Lächeln zu überwinden gedenken. 

Bild 6
Bild 7
Bild 8
 

Nach erfreulichen Berichten aus den Regionalgruppen von Arwed Junginger (Bild 9) und Worte voller Hoffnung und Zuversicht zu Aiforia für die Bauarena von Jörg Watter (Bild 10), sowie Einheizversuche von Bernhard Stohler (Bild 11) und der Übersicht zu Soll und Haben von Tanja Schindler (Bild 12), erhielten die Baubiologen von kundigen Führungspersonen mehr oder weniger Fundiertes zur Legionärszeit (Bild 13). Sie begutachteten die Legionärskojen der Soldaten (Bild 14) sowie die leicht zweckentfremdete Küche (Bild 15), bevor sie sich auf die ausgiebige Tour zu den weit verstreuten Fundstätten der Legionäre aufmachten. Einige Fundamente sind in Windisch ehrwürdig eingerahmt worden (Bild 16), Bruchstücke der römischen Kanalisation wurden bei Neubauten ehrwürdig konserviert (Bild 17), und auf den Strassen von Windisch braucht es ab und zum Blick ins Loch einen Schub an Vorstellungskraft über die beachtlichen Infrastrukturanlagen der Legionäre.

Christian Bernhart (Text und Fotos)

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