Regionalgruppe Zentralschweiz "Stromwelten"

Eine Besichtigung des CKW Emmen, am 31.Oktober 2019

Elektrischer Strom bestimmt sehr gewichtig unser Leben, unsere Kultur und unseren Alltag. Würde die Stromversorgung für eine längere Zeit ausfallen, würde unsere Kultur zusammenbrechen? Um dieser Frage nachzugehen besuchte die Regionalgruppe Zentralschweiz am 31. Oktober 2019 die Ausstellung "Stromwelt" des CKW Besucherzentrums Rathausen in Emmen.

Freundlich wurden wir von Thomas Matther vom CKW (Centralschweizerische Kraftwerke AG) mit einem Apéro in der Empfangshalle empfangen. Thomas Matter, unser Rundgang-Führer, geleitete uns in den Vorführungsraum, wo er uns zur Einführung eine hervorragende, informative, interaktive Show zum Thema Stromerzeugung, -Verteilung und Nutzung präsentierte.

Deutlich wurde uns gezeigt, wie zunehmend stark wir vom elektrischen Strom abhängig sind:

Elektrischer Strom macht 25 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs aus. Neben den 49,3 % aus Erdölprodukten, wird der Rest mit Gas, Kohle, Holzenergie, Fernwärme, Industrieabfälle und erneuerbaren Energien gedeckt.

Diese 25% Strom sind für unsere Kultur enorm wichtig. Ohne Strom funktioniert nichts: weder der Wecker am Morgen, noch die Kaffeemaschine, der Eierkocher, die Bahn, das Tram, das Smartphone, der Computer, alle Regelungen und Steuerungen, Heizungen, der Fernseher, der Kochherd, der Kühlschrank, die Beleuchtung und viele industrielle- und gewerbliche Prozesse.

Aus welchem Mix ist unser Strom zusammengesetzt?

Er bestand 2018 aus 55,4% Wasserkraft, 36,1% aus Atomenergie, 4,5% aus konventionellen thermischen Kraft- und Fernheizkraftwerken, davon 1,7% erneuerbar und 4% aus diversen erneuerbaren Energiequellen wie Holz, Biogas, Sonne und Wind.

Und wie wird der Strom in Zukunft nach dem Wegfall der Kernkraftwerke erzeugt?

Vermehrte Nutzung der Wasserkraft durch Optimierung und Ausbau der bestehenden Wasserkraftwerke; Förderung erneuerbarer Energien, das heisst Sonnen- und Windenergie, vermehrte Nutzung von Biomasse und Abfallverbrennung; und gezielte, aber etwas problematische Stromeinkäufe aus dem Ausland.

Eine grosse Herausforderung ist, dass der Strom nicht immer dann genutzt werden kann, wenn dieser produziert wird. Zum Beispiel hat es im Sommer viel Wasser, es braucht aber weniger Strom als im Winter, wann der Fluss wenig Wasser führt. Dies wird mit Speicherwerken und Stromzukäufen überbrückt.

In der "Stromarena", einem grossen interaktiven Saal, zeigte die Ausstellung die verschiedenen Stromnetz-Ebenen, welche von Swissgrid betrieben werden. Wir erfuhren, wie ein grösserer, regionaler Stromunterbruch überbrückt werden kann, ohne dass die Konsumenten viel davon merken.

Das Wasserkraftwerk CKW Rathausen ist ein Laufwasserkraftwerk. Mit einer geringen Stauhöhe von ca. 6 Metern zwischen Ober- und Unterwasser wird mit dem Wasser der Reuss bei 47m3/Sek 2,3 MWh elektrische Energie für 3700 Haushalte erzeugt. Im Turbinenhaus konnten wir die ganze Bauweise der Anlage mit Turbine, Generator usw. besichtigen.

Neben dem Laufwasserkraftwerk CKW Rathausen betreiben die CKW das Speicherwerk Göschenen und sind am Kraftwerk Limmern beteiligt. Der restliche Strombedarf der Zentralschweiz wir durch Einkäufe gedeckt.

Zum Ende des Besuchs konnte jeder von uns seinen energetischen Fussabdruck berechnen. Dafür standen fünf aufwändig konstruierte Konsolen zur Verfügung. Die eingegebenen Daten wurden ausgewertet und das persönliche Ergebnis ausgedruckt. Während mein Fussabdruck etwas unter dem schweizerischen Durchschnitt lag, war der von Tanja Schindler, welche in ihrem Oekominihaus lebt, am unteren Ende kaum auszumachen!

Nach der informativen Führung stand das Jahresabschlussessen der Regionalgruppe Zentralschweiz auf dem Programm. Im Erlebnisrestaurant Rossstall gönnten wir uns zwischen alten Möbeln, Spiegeln, Kronleuchtern, Bildern, Hirschgeweihen und allerlei Dekorationen ein schmackhaftes 4-Gänge-Menu.

Bericht: Bernhard Stohler