Baubiologie während Corona - aktueller denn je

Und plötzlich hat uns dieser kleine Virus wieder etwas ins Bewusstsein geholt, was das eigentlich Wertvollste ist: unsere Gesundheit! Ein gestärktes und vitales Immunsystem schützt ganz offensichtlich, wenn wir von aussen "angegriffen" werden. Gesunde Ernährung, genügend Bewegung möglichst an der frischen Luft, ein ausgewogener Lebensstil zwischen Arbeit und Freizeit und genügend Schlaf sind alles bekannte Faktoren, welche uns gestärkt durch den Alltag gehen lassen. Wir Menschen verbringen aber rund 90% unseres Lebens in Innenräumen. Grund genug, dieses Umfeld genauer anzuschauen, welches wir in den vergangenen Wochen so intensiv geniessen durften.

Das gesunde Raumklima

Baubiologen sprechen von einem gesunden Raumklima dieser "dritten Haut", wenn es die Bewohnenden in Ihrer Lebensweise unterstützt und gleichzeitig das Wohlbefinden stärkt. Was aber ist genau damit gemeint?Einerseits verändern wir als Benutzer das Raumklima stetig, wir atmen ein und aus, verbrauchen Sauerstoff, atmen Kohlendioxid aus, geben Feuchtigkeit ab und erzeugen Gerüche, wir kochen, duschen, arbeiten und tanzen auch mal mit der Musik.

«Die Raumhülle ist nicht einfach eine leblose und tote Masse, sondern sie beeinflusst das Raumklima sehr direkt.»

Jörg Watter

Andererseits sind wir von einer Hülle umgeben, welche mehr oder weniger "dicht" ist. Was passiert? Mit der Zeit nimmt die Luftqualität ab, die Feuchtigkeit im Raum steigt an und die Geruchsintensität nimmt zu. Das hat zur Folge, dass wir merken, dass etwas nicht mehr stimmt, wir bekommen allenfalls leichte Kopfschmerzen und generell fühlen wir uns nicht mehr wohl im Raum. Meist öffnen wir dann das Fenster, lassen frische Luft in den Raum und versuchen so, die Raumqualität wieder zu verbessern.

Der Einfluss der Raumhülle

Die Raumhülle ist nicht einfach eine leblose und tote Masse, sondern sie beeinflusst das Raumklima sehr direkt. Je nachdem welche Baustoffe auf welche Weise verbaut sind, unterstützen sie die Raumqualität oder belasten diese zusätzlich. Daher ist es wesentlich einfacher, wenn bereits bei der Planung die richtigen Materialien und Produkte ausgewählt und bestellt werden, um eine möglichst hohe Raumqualität zu generieren.

Achten Sie auch bei der Auswahl Ihrer Inneneinrichtung auf die Qualität der verwendeten Materialien.

Meine Wahl

Baustoffe wie Massivholz, Lehm oder Kalk, sowie mineralische Putze und Farben können nicht nur überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen, sondern geben diese auch wieder an den Raum ab, wenn es zu trocken ist. Sie können unangenehme Gerüche absorbieren und leisten einen wertvollen Beitrag zu einem angenehmen Raumklima. Wichtig zu wissen, dass je dicker die verwendeten Materialstärken, desto höher der Nutzen. Bei Lehm z.B. gilt, dass ab einer Stärke von 3cm bereits eine deutlich spürbare Verbesserung des Wohnklimas eintritt. So reicht dann auch das ca. dreimalige Stosslüften für den Austausch von Kohlendioxid durch frischen Sauerstoff von aussen.

Mit der Verwendung von Naturbaustoffen erleben Sie ein sehr ausgeglichenes Wohnumfeld mit genügend frischer Luft, idealer Feuchtigkeit zwischen 40 und 60% und angenehm riechender Luft, wenn sie nach einem Spaziergang wieder in den Raum treten.

Weitere Einflüsse

Der Grundsatzdiskussion ob nun Elektrosmog schädlich für uns ist oder nicht möchte ich ein einfaches Experiment gegenüberstellen, welches jede und jeder problemlos für sich testen kann.

  1. Beurteilen sie auf einer Skala von eins bis zehn, wie fit sie sich am morgen fühlen, wenn sie aufwachen. Das machen sie während 3-5 Tagen. (1= ich mag gar nicht aufstehen, 5= es geht so mit aufstehen, 10 = bin voller Tatendrang für einen neuen Tag)
  2. Notieren sie anschliessend alle elektrischen Geräte, welche sich im näheren Umfeld Ihres Schlafplatzes befinden wie z.B. elektrische Verlängerungskabel, Nachttischlampen, Telefone, Wlan Geräte, Handy, Radiowecker, Fernseher, Heizkissen, Babyphone usw. Wenn sie möchten, können sie dazu auch eine kleine Skizze anfertigen.
  3. Entfernen sie für 4 Wochen möglichst alle Geräte aus Ihrem Schlafzimmer, weg mit dem Verlängerungskabeln unter dem Bett, Handy abschalten (oder wenigstens Flugmodus), Wlan über Nacht konsequent ausschalten (ich weiss, dass sie auf externe Wlan keinen Einfluss haben...) usw.
  4. Sie nehmen sich am Morgen wieder jeweils für eine Minute Zeit für die Beurteilung ihrer Aufwachqualität auf der Skala von 1-10.
  5. Vergleichen sie nach dieser Zeit die Beurteilungen vor und nach dem Experiment. Haben sie besser geschlafen ohne die elektrischen Einflüsse, dann bleiben Sie dabei, ihr Immunsystem wird es ihnen danken.

Viel Spass beim Testen, wählen Sie bei Anpassungen die "richtigen" Produkte und wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben, das Beraterteam von Baubioswiss steht Ihnen gerne zur Verfügung, die ersten 15 Minuten sogar gratis!

24.Juni 2020
Jörg Watter