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Wasser als Schlüsselressource: Was Gebäude zur Klimaanpassung beitragen können

Wasser als Schlüsselressource: Was Gebäude zur Klimaanpassung beitragen können

Die aktuelle Hitzewelle in der Schweiz führt uns vor Augen, wie wertvoll Wasser ist. Während Temperaturen von über 30 Grad zur neuen Normalität werden, steigt der Bedarf an Wasser für Haushalte, Landwirtschaft, Grünräume und die Kühlung unserer Siedlungen. Gleichzeitig nehmen Trockenperioden zu, Niederschläge verteilen sich unregelmässiger und Starkregenereignisse treten häufiger auf.

Obwohl die Schweiz als Wasserschloss Europas gilt, wird deutlich: Wasser ist keine unbegrenzt verfügbare Ressource. Umso wichtiger wird die Frage, wie wir künftig mit Wasser umgehen – insbesondere im Bau- und Gebäudebereich.

Vom Ableiten zum Speichern

Über Jahrzehnte wurden Gebäude und Siedlungen so geplant, dass Regenwasser möglichst rasch abgeleitet wird. Dieses Prinzip stösst angesichts des Klimawandels zunehmend an seine Grenzen. Während bei Starkregen grosse Wassermengen innert kurzer Zeit abfliessen, fehlt das Wasser in Trockenperioden genau dort, wo es benötigt wird.

Zukunftsfähige Konzepte verfolgen deshalb einen anderen Ansatz: Wasser soll möglichst lange vor Ort gehalten, gespeichert, genutzt und wieder in natürliche Kreisläufe zurückgeführt werden. Regenwasser wird dabei nicht als Abfall betrachtet, sondern als wertvolle Ressource.

Gebäude als Teil des Wasserkreislaufs

Gebäude können einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser leisten. Durch die Nutzung von Regenwasser für Toilettenspülungen, Bewässerung oder Reinigungszwecke lässt sich der Verbrauch von hochwertigem Trinkwasser deutlich reduzieren.

Auch die Wiederverwendung von Grauwasser aus Duschen oder Waschbecken gewinnt an Bedeutung. Moderne Aufbereitungssysteme ermöglichen es, dieses Wasser mehrfach zu nutzen und damit den Bedarf an Frischwasser zu senken.

Darüber hinaus leisten begrünte Dächer, Fassaden und Retentionsflächen einen wichtigen Beitrag zum Wassermanagement. Sie speichern Niederschläge, fördern die Verdunstung und tragen dazu bei, die Umgebungstemperatur zu senken. Gerade in dicht bebauten Siedlungsräumen kann dies die Folgen von Hitzeperioden spürbar reduzieren.

Wasser und Klima zusammendenken

Die Herausforderungen der Zukunft bestehen nicht allein darin, genügend Wasser bereitzustellen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie Wasser zur Verbesserung des Mikroklimas eingesetzt werden kann.

Wasser, Vegetation und Boden bilden gemeinsam ein natürliches Kühlsystem. Wo Regenwasser versickern kann, Pflanzen ausreichend versorgt werden und Verdunstung stattfindet, entstehen kühlere und angenehmere Lebensräume. Entsiegelte Flächen, Grünräume und lokale Wasserspeicher werden deshalb zunehmend zu zentralen Elementen klimaangepasster Siedlungen.

Wasserkreisläufe leisten damit einen doppelten Beitrag: Sie schonen Ressourcen und helfen gleichzeitig, die Folgen des Klimawandels abzumildern.

Mehrwert für Mensch und Umwelt

Die Vorteile eines kreislauforientierten Umgangs mit Wasser sind vielfältig:

·       Reduktion des Trinkwasserverbrauchs durch Mehrfachnutzung

·       Entlastung von Kanalisation und Kläranlagen

·       Verbesserung des lokalen Mikroklimas

·       Unterstützung der Anpassung an Hitze und Trockenheit

·       Förderung der Biodiversität durch naturnahe Wasserkreisläufe

·       Erhöhung der Resilienz von Gebäuden und Siedlungen

Aus baubiologischer Sicht kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Wasserkreisläufe fördern ein ganzheitliches Verständnis von Gebäuden als Teil natürlicher Prozesse. Sie machen Stoffflüsse sichtbar und stärken das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Eine Aufgabe für die Zukunft

Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen des Bauens. Die Frage lautet künftig nicht mehr nur, wie energieeffizient ein Gebäude ist, sondern auch, wie intelligent es mit Wasser umgeht.

Der fortschreitende Rückgang der Gletscher, längere Hitzeperioden und veränderte Niederschlagsmuster werden die Wasserverfügbarkeit in Zukunft beeinflussen. Umso wichtiger werden Lösungen, die Wasser lokal speichern, mehrfach nutzen und möglichst lange im Kreislauf halten.

Wasserresiliente Gebäude und Siedlungen sind deshalb weit mehr als ein technisches Zukunftsthema. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Baukultur, die ökologische Verantwortung, Versorgungssicherheit und Lebensqualität miteinander verbindet.

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Es verdient einen Umgang, der seinem Wert gerecht wird – heute und in Zukunft.

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